Nirgends klingt Schweigen so warm wie bei dir. Der Drang zu küssen wird nichtig dabei.
Oliven die Augen, ein nächtliches Meer. Atme die Brandung deiner Seufzer ein.
Finger zu Federn, umstreichen den Hals. Lassen sich treiben auf bebender Haut.
Erinnerung
Manchmal träume ich schwer, das behalt' ich für mich. Mir ist dann als röch' ich viel länger nach dir.
Oft stolpert die Hand durch die Stille der Nacht. Sie endet an Scheiben von beschlagenem Glas.
Tau perlt am Morgen zwischen Auge und Stirn. Verschwommene Blicke suchen den Mund.
Zeit
Manchmal singe ich, damit die Zeit vergeht. Wenn Seele verheddert, in den Klauen der Brust.
Noch ehe der Tag seine Unschuld verliert. Balsam, unbeholfen geschmiert, auf die Wunden der Nacht.
La Patience
Ein Flackern zerteilt fahle Träume aus Glas. Vertäut auf dem Grund hofieren sie Wort.
Im Dunst ihrer Schmelze werden Tränen zu Staub. Sie glitzern im Schmutz verblasster Geduld.
Milde Farben trainieren ungeniert den Spagat. Entflieh'n der Tristesse ausgeleierter Nacht.
Suche
Zarte Töne und weich längst erloschenes Licht. Spuren sind immer verlorenes Glück. Wo Welten verschwimmen, von Ängsten flankiert, wird Seele fragiler als feines Kristall. Körper erstarrt, des Atems beraubt. Gebündelte Blitze zermartern das Hirn.
Nacht wird es richten, Dunkelheit hüllt verbotene Räume in farbigen Traum.
Morgentau
Am Sonntag, im ersten, dem milchigen Licht. Nebel drückt Sonne in traumleichtes Land.
Halbwach dein Blick, vom Gestern erweicht. Zeigt perlenden Tau vorfreudiger Lust.
Verwegene Küsse flirren über die Haut. Bringen Poren zu Fall, bedecken mit Samt.
Vue tardive
Auf den Lippen den Glanz und den Spott letzter Nacht. Über dem Lächeln die Nase, sie spielt mit dem Rauch.
Sanft wogend im Atem hebt und senkt sich die Brust. Verharrt für Sekunden an der Schwelle zum Schlaf.
Nicht wirklich enthoben, nur unendlich fern. Werd' sie nie mehr berühren, Zwei, drei Handbreit von mir.
Hiver
Erlieben uns warm, trotzen eisigem Wind. Gestern dachte ich mich mit dir wieder hin.
Orte, an denen Schweigen erlaubt. Worte nicht fordern, Blicke erzähl'n.
Wo wir Herzen malen, in sandigen Schnee. Die Ängste abfallen und Träume regier'n.
Saisonale
An der Porte des Ames, den Schlüssel zur Hand. Dein Atem im Nacken und ein kalter Blick.