Montag, 19.1.
Buquebus retorno
Hatten wir am Samstag bei einem Spaziergang gut zwei Drittel dessen, was auch nur ansatzweise interessant sein könnte, gesehen, war nach einem guten Stündchen Sonntagsspaziergang auch der Rest eingetütet. Wobei das auch hauptsächlich der noch ausstehende Teil der Strandpromenade war. Nach drei Stunden hat man auch alles -und aus jeder Richtung- fotografiert, was irgendwie ein Foto wert wäre.
Es gab ein paar zerfetzte Verpflegungszelte vom Samstagnachtspektakel, weil der Wind doch ganz schön blies und es abgekühlt hatte. Das war sicher ein kleines Saisonhighlight, das sich die dauerhaft hier wohnenden nicht entgehen lassen wollten. Der Ort ist so langweilig, das eine umgestürzte Mülltonne zum Stadtgespräch werden kann. Sollte dieser Umstand tatsächlich eintreten, dann dürfte die Tonne leer sein, denn Frühmorgens sind Heerscharen von Menschen der Stadtreinigung unterwegs und sammeln selbst bei starken Wind alles auf, was Müll sein könnte. Es hat etwas tragikomisches, wenn grünbewestete Menschen große Müllsäcke hinter sich herziehen und am Strand hüpfend umherfliegende Plastiktüten einzusammeln versuchen. Mit Blick auf die Menschenwürde verbietet es sich, das auch noch zu fotografieren.
Für die Romantiker bin ich dann heute früh um 5h noch einmal kurz raus, um den Sonnenaufgang auf die Speicherkarte zu bannen. Nach 20 Minuten ist man aber auch damit durch.
Zurück nach Buenos Aires, zuerst mit dem Bus und danach wieder mit dem Schnellboot über den Rio de la Plata. Die 140 km vorwiegend Küstenstraße fährt man durch eine mediterran wirkende Landschaft, man fühlt sich an die Landes erinnert. Hin und wieder durchpflügt die Autobahn Dörfer und Siedlungen. Einstöckige Häuser, Baracken, Container reihen sich aneinander, unterbrochen von nicht asphaltierten Feldwegen, über die man die Anwesen in zweiter, dritter, vierter Reihe erreicht. Von der Langeweile über die Trostlosigkeit entlang verfallener Speicher aus den Goldenen Jahren der Stadt, zum Hafen.
Das Vorhaben, unsere restlichen uruguayischen Pesos auf dem Schiff zu verbraten, ging auf. Für zwei Milchkaffee und ein Sandwich haben wir so viel hingeblättert wie für das Mittagessen mit Getränken und Kimbo am Vortag: Gut 32 Euro. Ich erwarte, dass man mir die Anteilsscheine an dem Kahn per Paketpost zuschickt.










