Dienstag, 13.1. Früh
Danke
Der Nachfrage. Ein paar Ibus und eine durchschwitzte Nacht haben mich die Malaise vergessen machen lassen.
Was Marlis und das iPhone angeht, war es nicht ganz so leicht. Der Schock sitzt tief, da sie den Angreifer noch bemerkt und im selben Augenblick auch gespürt hat, dass da etwas nicht stimmte.
Es gibt aber noch eine andere Geschichte und die hat zu tun mit Apple Inc.
Ich hatte vor etwa einem Jahr in einem Artikel gelesen, dass Apple den Weltmarkt in Regionen aufteilt und dementsprechend die Preise setzt. Beispielsweise stand da drin, dass iPhones in Schwellenländern wie auch in China nicht etwa billiger seien als anderswo, im Gegenteil: da es sich um einen Luxusartikel handelt, den sich eh nur wenige leisten können, wird er noch einmal verteuert, damit es echter Luxus wird.
Wir wissen jetzt, dass Südamerika in diese Kategorie fällt. Um ein Bespiel zu nennen: Das neue iPhone 17 Titan wird mit 10% Nachweihnachtsrabatt für 3.350 US-$ beworben und sicher auch verkauft.
Also quasi doppelter Preis. Die Kaskade geht linear bei anderen Modellen, auch beim Gebrauchtmarkt. Um ihr entwendetes 14plus durch ein Gebrauchtes zu ersetzen, müsste sie etwa 800 US$ hinlegen. Das Doppelte als der Marktwert in D.
Ein noch älteres als Zwischenlösung ist auch keine Alternative. Man bekäme bald keine Updates mehr, dazu die Problematik mit dem kleinen Akku, auf den man hier aber wegen Stadtplan usw. angewiesen ist. Macht also alles keinen Sinn.
Es wird einem aber mit Nachdruck bewusst gemacht, wie grotesk abhängig man vom Smartphone geworden ist. Vor allem die Bankgeschäfte mit Sicherheits-Apps, auch bestimmte Webseiten und Onlinezugänge. Wie sehr einen das System schon im Griff hat merkt man erst, wenn ein Parameter nicht stimmt. Dabei hatte ich noch mal kurz den Gedanken gehabt evtl. ein altes Ersatzgerät für den Notfall mitzunehmen. Fand es dann aber doch zu übertrieben, dazu die Akkuproblematik. Der kleine Bildschirm, usw…
Am Sonntag kamen wir in BA an einer der zahlreichen Evangelikalen Kirchen vorbei. Schon der Name der Vereinigung war lang wie ein Psalm und daher deutlich too much information für mich. Etwa 30 Gläubige lauschten mit dem Rücken zur großen Fensterwand, durch die man das Spektakel beobachten konnte. Zwei Männer die offensichtlich dazugehörten, saßen draußen auf der Fensterbank und schienen sich zu erholen. Ein weiterer Mann kniete drinnen und machte deutlich unterwürfige Gesten. Eine kleine Combo spielten live und mit ernster Mine. Eine junge Frau sang auf spanisch lautstark eine Art Gospel in ein Mikrofon. Ihr Blick war entrückt, zur besseren Verständigung wurde der Text auch hinter ihr auf eine große Leinwand projiziert. Erweckungskaraoke kam mir in den Sinn.
So wie diese Kirche gibt es sowohl in BA, als auch in MVD einige, teils in deutlich größeren Räumen oder Gebäuden, die auch mit einem Kirchengebäude wie wir sie kennen, mithalten können. Auch die Erweckungsteams sind vom Wachturm heruntergestiegen und erwarten an der einen oder anderen Ecke. Sie sehen aus wie bei uns, aber ich glaube sie sind von hier.
Die katholische Kirche wiederum zeigt weniger Präsenz als man gemeinhin annehmen würde. Sowohl in BA, als vor allem in Montevideo, das sich als erstes Land Lateinamerikas eine laizistische Verfassung gegeben und die Religionsfreiheit garantiert hat.
Aber nun los zur Kunst ..
Fortsetzung folgt.

















