Dienstag, 13.1. Spät

Dienstag, 13.1. Spät

Zisch

Der Wiesentäler Kabarettist Volkmar Staub hat einmal eindrücklich beschrieben wie das Hamburger Publikum, kein Wort seines badischen Redeschwalls verstehend, sich gefragt haben muss: wie kann einer der Suaheli spricht nur so weiß sein?

So weit möchte ich an dieser Stelle nicht gehen, aber…

Mein vor 38 Jahren erlerntes Spanisch hat einen andalusischen Schliff. Das bedeutet: der dort vorherrschende Hang zum Nuscheln harmoniert sehr mit meiner eigenen Art zu sprechen. Auf den Kanaren wurde ich deshalb auch öfter auf das  Wetter oder die politische Lage auf der Peninsula -dem Festland- angesprochen.

Dass in Buenos Aires das Spanische starke italienische Einschläge hat, war mir klar. Und anstatt dem ai, oi oder ei beim ll ein sch zu sprechen, daran gewöhnt man sich und die Irritationsmomente werden mit der Zeit auch kürzer. Eine Verständigung ist nicht nur wünschenswert, sie ist sogar möglich.

Eine Vorahnung gab es auf der Taxifahrt in Buenos Aires zum Fährhafen. Der Fahrer freute sich riesig über unsere Reise nach Montevideo und eröffnete uns, dass er selbst aus Uruguay sei. So weit konnte ich folgen. Keinen Satz weiter.

Die Sprache hier scheint sehr vom brasilianischen Portugiesisch beeinflusst.  Bei ein paar harten Konsonanten und den Vokalen kann man noch folgen, beim überwältigenden Rest wird es sportlich. Unzählige Variationen von Es ce ha – Lauten erinnern an das Zischen des Dampfkochtopfs kurz vor Duckdichweg.

Ich denke sie sind sich hier der Sache recht bewusst und man zeigt dem Fremden doch großes Entgegenkommen, indem man die sch neu kombiniert.

Marlis steigt gleich aus dem Atlantik, dann gehen wir eine Tortilla essen. Pardon, eine Tortischa, sonst müssen wir hungrig zu Bett.

 

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