Freitag, 23.1.

Freitag, 23.1.

El Ateneo

Das ehemalige Theater, sehr zentral gelegen an der Ava. Santa Fé, beherbergt nunmehr ein großes Buchgeschäft. Die Bühne ist zu einem Café umgestaltet worden, selbst ein klappriger Flügel steht irgendwo herum, dürfte allerdings vor allem Deko sein.

Es gab durchaus auch Menschen, die im Geschäft etwas gekauft oder es sich nur in einer der Logen zum Lesen gemütlich gemacht hatten. Mehr als zwei Drittel allerdings versuchte die Kulisse und ihre jeweilige Begleitung hinter die kleine Smartphonelinse zu bannen. Glücklicherweise geschah es stets in der Nähe der Balustrade, so konnte man trotz allem in den Regalen stöbern. Der Buchmarkt ist wie alles mittlerweile international, so finden sich mehr oder weniger die selben Titel wie in Berlin, zusätzlich natürlich der National / Lokalkolorit.

Es gibt hier überraschend viele Radwege, teils wurde einfach eine Autospur für Fahrräder vom Rest der Fahrbahn durch Randsteine abgetrennt, ganz wie man es von Paris kennt und auch in Montevideo wird es übrigens ähnlich gehandhabt.

An die richtig fetten Avenidas mit ihren 10 bis 12 Spuren hat man sich aber nicht so recht herangetraut, da führt der Radweg über den ohnehin mehrere Meter breiten Bürgersteig. Manchmal gibt es aber auch keine Fahrradspur, da sieht man dann die Unerschrockenen etwas verloren über die Autospur radeln. Oft sind es Essenslieferanten auf Mopeds oder Rad, mal mit der großen Box hinten, mal mit einem breiten Brotkorb vorn, hin und wieder auch ein Radrennfahrer.

Von wenigen Ausnahmen abgesehen bevorzugt man hier die aufrechte Sitzposition, das drückt sich im hohen Lenker aus. Der Großstadtgaucho reitet also einen Drahtesel, dessen Lenker optisch eine Mischung aus Stierhörnern und dem Geweih des Gabelbocks darstellt. Soll heißen: mehr als 50 cm hohe aufrecht stehende Lenkerenden, die Hände umklammern das blanke Stahlrohr. Der mit dem Stier ringt benötigt keinen Schutzgummi. Die Handhaltung sieht schon von weitem sehr unbequem aus, entspricht allerdings der des Toreros, wenn er auf den Zehenspitzen stehend muleta und estoque -Tuch und Degen- anhebt, ehe er dem Stier den tödlichen Stoß versetzt. Für mehr Drama bräuchte es an dieser Stelle den Sanka, den man übrigens relativ selten hört.

Fortsetzung folgt …













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