Mittwoch, 14.1. Früh

Mittwoch, 14.1. Früh

Libros

Wer gerne liest und überdies auch Bücher und Buchläden mag, findet hier sein großes kleines Glück. Ein Buchladen neben dem anderen, über etwa vier Blocks verteilt. Teils mit angeschlossenem Café oder Restaurant, manchmal auch andersherum. Die Auswahl ist groß und gibt man ein Thema an, bekommt man etwas passendes in die Hand gedrückt. Dann dreht der Buchhändler los und bringt im Minutentakt weitere Bücher zum Thema. Jedes aufs einer anderen Ecke seiner 20 bis zur Decke gefüllten Quadratmeter. Schmökern kann man dann gleich im Café-Restaurant nebenan oder im lauschigen Innenhof. Das kann man alleine in der einen Straße an etwa zwei Dutzend Librerías machen. Dazwischen gibt es Plattenläden, man möchte sie bei ihrem Angebot historisch nennen.

Das alles eine Straße neben unserer, wir wohnen mitten im Universitätsviertel. Das erschließt sich -wie vieles hier- erst auf den zweiten oder dritten Blick. Mit Sicherheit hat keines dieser öffentlichen Gebäude seit dem Bau vor sechs oder sieben Jahrzehnten einen neuen Anstrich bekommen oder oder ist irgendwie sonst Opfer einer Sanierungsmaßnahme geworden. Das gegenüberliegende Institut für Rechtswissenschaften erkennt man nur an den staubigen Lettern und würden die Türgriffe nicht so blank glänzen, man hielte es für längst verlassen.

Ähnlich die gepflasterten Straßen. Sie sind zwar fast alle asphaltiert, sind aber übersäht mit Untiefen durch Absacken des Untergrunds und der Wundpflaster gleichen Reparaturflecken. Die Gehwege sind gefliest, man kann es gut erkenne, die meisten Fliesen sind noch dran, hin und wieder öffnet sich auch schon mal ein tieferes Loch im Boden. Man lernt schnell gleichzeitig den Boden, die Umgebung und die Höhe im Auge zu behalten. es rieselt auch schon mal was von oben. Und kaum niemand läuft mit den Handy vor dem Gesicht durch die Gegend. Zu ungesund.

Hast man in BA kaum mal eine Wandschmiererei gesehen, ist es hier absolut gegensätzlich. Die Fotos sprechen für sich.

In der Skyline sieht man nur sehr wenige Baukräne, wir haben noch keine einzige Straßenbaustelle gesehen und ganz selten mal wird eine alte Bausubstanz wieder hergerichtet. Der ÖPNV ist sehr gut, die Busse fahren aber nicht mit der extrem hohen Frequenz wie in BA. Pro Fahrt 64 Pesos (knapp 1,50 €) ist etwa doppelt so teuer wie die Fahrt in BA. Die Busse lassen sich in drei Generationen einteilen, das entspricht gängiger Stadtplanung. Die jüngsten Busse dürften etwa 10-12 Jahre alt sein.

NB: Als die Fotos zu den Wandschmierereien  zu Thema BDS, Genozid, entstanden, war die Farbe noch nicht richtig trocken. Hintergrund dieser Kampagne sind die anlaufenden GAZA Verhandlungen in Ägypten. Eine weitere Welle rollt gerade in Argentinien nach einer Falschmeldung in den Argentinischen Medien, Israelis hätten die Waldbrände vorsätzlich angelegt. Selbst eine angeblich israelische -die aber eine argentinische war- Granate wurde als „Beweis“ vorgelegt. Die Parallele zum „Brunnen vergiften“ im Mittelalter ist deutlich.

Fortsetzung folgt…

 

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