Montag, 12.1

Montag, 12.1

Francisco

Hieß ursprünglich Lopez Marin und wurde 2013 in Dienst gestellt. Der Katamaran trägt etwa 100 Autos und 1000 Passiere und erreicht eine Geschwindigkeit von 58 Knoten, was über 100 km/h entspricht. Die Reisegeschwindigkeit ist etwas geringer. Das Schiff ist damit die schnellste Fähre der Welt und wurden zu Ehren der Papstwahl des Erzbischofs von Buenos Aires umgetauft.

Die 200km Luftlinie bewältigt das Bott in 2,5h. Dabei liegt es absolut ruhig. Man hört die Gasturbine und spürt ein feines Rütteln wie beim Flugzeugstart kurz vor dem Abheben; und ja, das Boot bleibt auf dem Wasser.

Die Ankunft in Montevideo war ambivalent. Der erste Eindruck: es wirkt lateinamerikanischer, kolonialer auch. Oder so, wie wir uns Lateinamerika aus Bildern und Filmen zusammenreimen. Der Taxifahrer rumpelte uns durch die Straßen, als sei der Teufel hinter ihm her. Und ja, es wirkte heruntergekommener und längst nicht so mondän wie Buenos Aires. Dazu kam, dass alle Geschäfte geschlossen waren, keine Menschen auf der Straße, aber vom vorausgegangen Sturm verwehte Blätter und Tüten, eine ausgebrannte Fassade … Die Wohnung selbst war auch nicht gerade Liebe auf den ersten Blick und ich war drauf und dran zu sagen, dass unsere Vermieter die Kamera mit der die Fotos für Air BnB gemacht haben, niemals nie verkaufen sollten.

Heute früh wirkte alles belebter und nicht mehr ganz so traurig, insgesamt ärmer wirkt sie dennoch. Was aber sicher nicht stimmt. Man sieht fast nur neue Autos aus Europa und Japan. Kleinwagen bis Mittelklasse. Die Menschen sind tendenziell auch teurer gekleidet.

Heute früh erhielt ich eine Mail von Nestor, unserem Vermieter in BA und er erinnerte sich an einen Ausdruck von André Malraux, den er wohl in seiner Jugend gelernt hatte:

„Buenos Aires ist die Hauptstadt eines Reiches das nie existiert hat“.

Teils zum offenen Atlantik gelegen gibt es in MV auch einige Stadtstrände, die durchaus was hermachen. Man spürt, dass sich die Stadt entwickelt. Es braucht eben Zeit. Die Gehwege sind behindertengerecht, ebenso die Eingänge zu öffentlichen Gebäuden und Veranstaltungen, wie übrigens in Buenos Aires auch. Und ein bemerkenswert großes Radnetz gibt es hier. Vielleicht sogar etwas mehr als in BA, wobei MV deutlich kleiner ist.

Nach ersten Stadterkundungen und sich schwierig gestalteten Versuchen an eine akzeptable Menge uruguayischer Pesos zu gelangen, werden wir morgen in die Kulturszene abtauchen.

Die Fotos werden sukzessive aktualisiert, der Link bleibt bestehen.

Fortsetzung folgt …

 

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